Emma und die zottelige Hündin Fee sind die besten Freundinnen. Sie teilen fast alles: Die Angst vor Gewittern und die Begeisterung für das Meer, für frischgebackene Waffeln und In-die-Wolken-Gucken. Zusammen erleben sie wilde und ruhige Stunden, doch im Herbst wird Fee immer müder und kraftloser. Schließlich stirbt die Hündin und Emma muss von ihrer Freundin für immer Abschied nehmen.
So ein Haustier wie Kindergartenkind Emma es hat, wäre wohl der Traum eines jeden kleinen Mädchen oder Jungen: Ein Hund zum lieb haben, zum herumtollen, zum Beschützt werden vor den Rüpeln auf dem Spielplatz ...
Doch gerade weil die Zuneigung so groß ist, ist der Schmerz beim Tod des Tieres auch überwältigend. Da wird nichts schöngeredet – Fee ist nicht mehr da und Emma muss ganz schrecklich weinen. Und ihre Eltern auch. Selbst die Illustration verliert jede Farbe: die Kuscheltiere, die Bilder an den Möbeln, das ganze Zimmer rund um die traurige Emma vermittelt eine trostlose Stimmung. Dann allerdings findet das Mädchen heraus aus seiner Trauer, indem es eine Erinnerungskiste zusammenstellt. Am Ende steht die Botschaft: Wenn du an jemanden denkst, der nicht mehr da ist, dann ist es fast so, als ob er ein bisschen bei dir wäre.
Die gemeinsam verbrachte Zeit von Kind und Hund nimmt viel Raum ein in diesem Buch – und ist wohl auch das, was die kleinen Leser (so sie denn selbst ein Haustier haben) am besten nachvollziehen können. Gut eingefangen – in Wort und Bild – ist der Moment, an dem die Mutter ihrer Tochter die schlimme Erkenntnis nicht ersparen kann, dass jedes Leben ein Ende hat, auch das des geliebten Hundes. So gern würde man (wie die beiden es auf dieser Zeichnung tun) die Augen ganz fest zumachen und hoffen, dass das Schreckliche dadurch weniger wahr wäre.
Ein Buch, das sich mit einer konkreten Trauersituation befasst, wie sie viele Kinder erleben (müssen). Ein Patentrezept zur Bewältigung dieses großen Kummers bietet es nicht an – und das ist auch gut so. Doch wird ganz deutlich: Nach düsteren Tagen scheint auch wieder die Sonne – und die gemeinsame Zeit mit einem Freund kann einem niemand nehmen, auch die endgültige Trennung durch den Tod nicht.
[mic]
Annette Langen, Antje Bohnstedt: Vier Pfoten am Himmel, Herder gebunden, Freiburg, 2008, ISBN 978-3451296413, 28 Seiten, € 12,90 (ab fünf Jahren)
Nächster Eintrag: Mama ist gegangen (Christoph Hein), ab 10 Jahren
Vorheriger Eintrag: Bevor ich sterbe (Jenny Downham, Astrid Arz), ab 16 Jahren
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